Artillerie - BSHV Jüchen

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Regiment

Artillerie


...Kurz nach der Neubelebung des Bürgerschützen- und Heimatvereins nach dem l. Weltkrieg findet sich folgender Ausschnitt im Gründungsprotokoll von 1924: „Der Artilleriezug wurde im November 1924 von den Kameraden Franz Fassbender, Jakob Büchen, Wilhelm Mostert, Heinz Schauten, Franz Schauten und August Hartmann gegründet. Er feierte sein Gründungsfest am Sylvesterabend 1924 ...“ - „... Sein 2. Fest feierte der Zug am Fastnachtmontag, welches durch eine Fahrt im Ochsenfuhrwerk eingeleitet wurde...“ Im Jahr 2004 feierte der Artilleriezug Jüchen als ältester Zug im Bürgerschützen- und Heimatverein Jüchen sein 80-jähriges Bestehen. Das Alter einer Gemeinschaft besagt noch nichts über ihren eigentlichen Wert. Doch wenn die Idee, die sie zusammenhält, die tiefgreifenden Veränderungen in der Welt seit ihrer Gründung überdauert hat, so zeigt das um so mehr, daß hier eine verschworene Gemeinschaft besteht, die ohne Nachwuchssorgen dem Jüngeren und Neuen stets aufgeschlossen gegenüber steht.
Nur so können die Artilleristen als Zug am Puls der Zeit bleiben und uns zeitgemäß ausrichten, ohne ihre Werte und Ziele aus dem Auge zu verlieren. Nicht zuletzt aber verdankt der Artilleriezug sein Überdauern auch der Tatsache, dass die dazugehörigen Familien den Aktiven Rückhalt geben und mit ihnen einen wirklichen Zusammenhalt bilden, ohne den jegliches weiteres Engagement gar nicht möglich wäre. So haben seit der Zuggründung zahlreiche Mitglieder durch ihre Tätigkeit sowohl im Vereinsvorstand, in der Regimentsführung wie auch durch die Übernahme der Königswürde hohe Verantwortungsbereitschaft für das Vereinsleben gezeigt. So stellte der Zug aus Anlass des 80jährigen Bestehens zum 11. Male mit Klaus und Claudia Wawer das Schützenkönigspaar.
Neben den Majestäten wird das Erscheinungsbild der Artillerie von der historischen Standarte geprägt. Im September 1925 beschloss die Versammlung, ein eigenes Wahrzeichen zu erwerben. Lehrer Faulbaum entwarf den Plan einer Standarte, den „Fräulein Maria Lennartz" dann verwirklichte. Die Standartenweihe konnte schon wenige Monate später, am 6.Dezember 1925, im Saale Mostert stattfinden. Nachdem der Artilleriezug nun eine Standarte besaß, fehlte ihm eigentlich nur noch ein Geschütz. In der Schmiede seines Offiziers Wilhelm Wirtz wurde pünktlich zum Schützenfest 1926 das Geschütz fertiggestellt.



Am Schützenfestsonntag 1926 versammelte sich das gesamte Regiment auf dem Marktplatz, um der Weihe der „Dicken Berta", wie sie der Volksmund bereits getauft hatte, beizuwohnen. „Schad, dat se net geknallt hant“, hieß es an diesem Tage; der Beschuß wurde jedoch beim Manöver im folgenden Jahr nachgeholt.
Während des zweiten Weltkrieges wurde dieses erste Geschütz beschlagnahmt. Nach dem Krieg bauten die Kameraden ein zweites Geschütz, obwohl Eisen in jener Zeit ein seltenes und daher auch kostbares Metall war. Zum Schützenfest 1951 wurde die „Dicke Berta II" dann offiziell beschußfertig gemacht. Auch die erste Standarte hatte im Laufe der Jahre so sehr gelitten, dass man 1986 beschloss, sie für die Nachwelt zu erhalten und eine neue Standarte nach dem Vorbild der ersten zu schaffen.
Diese zweite Standarte wurde von Franz-Josef Deussen (Schützenzug „Gneisenau") entworfen, und auch diese wurde in uneigennütziger Weise von einer Artilleristengattin gestickt. Am 21. September 1986 konnte die neue Standarte in der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus geweiht und anschließend bei einem zünftigen Frühschoppen auf dem „Bresser-Hof“ begossen werden.
Sowohl Uniformen als auch Vereinslokale unterlagen dem Wandel der Zeit. Trug man in den ersten Jahren noch die blaue Artillerie-Uniform, die man teilweise noch auslieh, so wurden später in der Nachkriegszeit eigene grüne Uniformen angeschafft; seit 1991 tragen die Artilleristen die original-blauen Artillerie-Uniformen. Bis zum Jahre 1990 war die Gaststätte „Zur Post“ des Gründungsmitgliedes Josef Mostert das Wachlokal der Artillerie. Aufgrund der Schließung wechselte man in diesem Jahr in die Gaststätte von Inhaber Heinz Wirtz „Zum Pömpchen“. Dort wurden fortan sowohl die im Laufe der Jahre angesammelten Pokale beim Schießen und in den Fußballturnieren, als auch die vielen ersten Preise bei den Klompenprämierungen gebührend gefeiert. Doch weder Uniformen noch Pokale können genügend Zeugnis darüber ablegen, wie viel den Artilleristen der Zusammenhalt in diesem Zug bedeutet. Ob alt, ob jung, eine „große Familie“ steht hier allzeit bereit, um getreu des Wahlspruchs unseres Zuges „in Freud' und Leid zusammenzuhalten“. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle, dass dem Zug tatkräftige Frauen zur Seite stehen, die untereinander gleichfalls einen eigenen Freundeskreis aufgebaut haben, der sich gerne beim gemütlichen Rotwein und „immer unter wichtigem Vorwand“ trifft. Obwohl es wahrlich nicht immer einfach ist, die enormen Kosten für Pferdebeschaffung und Reittraining zu tragen, finden sich zudem immer wieder Freunde und Gönner, die sich am Anblick der berittenen Artillerie erfreuen und denen an dieser Stelle unser ausdrücklicher Dank dafür gilt, daß das Interesse an diesem Zug nicht abreißt. Jedem Artilleristen ist es jedes Jahr eine Ehre, die beiden Festzüge durch Geschütz und Reiterei zu bereichern. (Stand: 10/2011)

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