Sommernachtskonzert (Bericht) - BSHV Jüchen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Archiv

Den ganzen Tag hatte es geregnet, doch am Abend:
SOMMERNACHTSKONZERT WURDE ZUM SOMMERNACHTSTRAUM

JÜCHEN (27.06.2016). Der Jüchener Schützenpräsident hatte sich schon fast damit abgefun- den, das Konzertereignis wegen Dauerregens absagen zu müssen, doch wie auf Kommando schloss der Himmel am Samstag gegen 18 Uhr seine Schleusen, und eine ganze Armada von Vorstandsdamen und Helfern rückte mit Handtüchern in den In- nenhof des Jüchener Hauses Katz aus, um die gut 300 aufgestellten Stühle zu trocknen. Schon kurz darauf füllte sich der Innenhof des Jüchener Schlöss- chens mit Zuschauern, auf die ein musikalisches Programm der Extraklasse war- tete. Bürgerschützen- und Heimatverein Jüchen und die Gemeinde Jüchen hatten das Experiment eines solchen Sommernachtskonzertes erstmals gewagt – und wur- den von einem restlos begeisterten Publikum in ihrem Entschluss voll bestä- tigt.

Den Auftakt machte die Bigband des Gymnasiums Jüchen unter Jörg Enderle. Mit einem anspruchsvollen Programm stellte die preisgekrönte Formation ihre Klas- se unter Beweis. Neben Klassikern der Bigband-Literatur wie „In the Stone“ präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker begeisternde latein- amerikanische sowie Soul- und Jazz-Rhythmen, die fast alle Zuschauer mit- schnippen oder zumindest mit dem Fuß wippen ließen. Ihr perfektes Spiel stellte die 21-köpfige Truppe in Stücken mit einem hohen Improvisationsanteil unter Beweis. Gekrönt wurde der Auftritt mit Einsätzen der beiden Sängerinnen Hannah Wirtz und Gianna Schins, die mit ihren wunderbaren Stimmen die Zu- schauer verzauberten. Die jungen Schützenzüge Viktoria und Kaisergarde II marschierten zur Pause mit einer Canapée-Parade auf und überraschten die Konzertgäste mit herzhaften Häppchen, passend zu den ausgewählten Weinen, die an diesem Abend eindeutig die meistgefragten Getränke waren. Präsident Thomas Lindgens überreichte der Existenzhilfe Jüchen und Dr. Ayse- Gül Schmidt, die sich seit 15 Jahren für Kinder mit Fehlbildungen engagiert, Schecks über jeweils 550 Euro – Ergebnis der Sammlungen der Jüchener Schützen rund um das Schützenfest vor einem Monat.


Im zweiten Teil wurde die Bühne sogar zu eng: Mit großer, gut 50-köpfiger Be- setzung trat der Musikverein St. Josef, Heinsberg-Horst, an und begeisterte vom ersten Takt an das Publikum. So mussten die Holzbläser vor der Bühne Platz nehmen, was dem Klangvolumen des Orchesters allerdings überhaupt keinen Abbruch tat. Unter der Stabführung von Kai Stoffels zauberten die Horster wunderbare Klanggemälde aus vielen Musik-Epochen und Stilen in den abendli- chen Himmel, und ließen die Zuschauer staunen über das, was mit einem Blasor- chester alles möglich ist. Operetten-Melodien wurden gekonnt mit Queen-Songs kombiniert, und auch eine „kölsche Abteilung“ durfte nicht fehlen. Begeistert zeigte sich Kapellmeister Stoffels vom Jüchener Publikum: Bei „In unserem Ve- edel“ formierte sich fast automatisch ein gut 300-stimmiger Chor, der den Refrain eindrucksvoll mitsang. Emotional wurde es zum Schluss des Auftrittes der Horster mit „My Way“, bei dem mit Eric Schaffrath am Flügelhorn und Norbert Schippers an der Posaune gleich zwei ausgezeichnete Solisten bril- lierten. Klar, dass als Zugabe nach vielen anspruchsvollen Stücken mit „Mein Land Tirol“ ein Kabinett-Stückchen der Marschmusik inklusive Choreinlage nicht fehlen durfte. Damit verabschiedete sich der Musikverein St. Josef Horst in die Nacht.


Nach Standing-Ovations am Schluss des musikalischen Programms war Publikum wie den Vorstandsmitgliedern des veranstaltenden Bürgerschützen- und Heimat- vereins klar: „Das muss unbedingt wiederholt werden!“ Präsident Thomas Lind- gens zeigte sich offen dafür und freute sich sichtlich über die äußerst ge- lungene Premiere: „Eigentlich vollkommen unverständlich, dass dieser wunder- bare Platz noch nie für ein solches Konzert genutzt wurde...“  Lindgens hob auch die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Jüchener Gemeindeverwaltung hervor, die insbesondere in Person von Kulturamtsleiter Bernd Krahwinkel dieses Konzertereignis erst möglich gemacht hätte. „Es ist schon erstaunlich, welches Potential auch in unserer Gemeinde steckt – das zutage zu fördern ist auch unsere Aufgabe als Bürgerschützen- und Heimatver- ein,“ so Lindgens abschließend.

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü