JÜCHEN (17.03.2024) Sein Wort hatte Gewicht, seine Lieder und Gedichte halten auch weiter Erinnerungen wach: Hubert Klinkhammer, Jüchener aus Leidenschaft, verstarb am vergangenen Donnerstag (14. März 2024) 98-jährig im Jüchener Seniorenzentrum Haus Maria Frieden.
Am 02. Januar 1926 in Belmen bei Grevenbroich geboren, entschied Hubert Klink-hammer sich unmittelbar nach dem Krieg, in dessen letzten Tagen im Februar 1945 noch sein Vater bei einem amerikanischen Angriff am heimischen Bienenstock zu Tode kam, nicht in das Samengeschäft seines Schwagers einzutreten. Er erkannte seine Berufung, 1946 in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, bei dem er schon die Volksschule in Belmen besuchte, und Lehrer zu werden. Dass dies für ihn eine Berufung darstellte, zeigt ein Satz, den er 2008 zu Protokoll gab: „Ich wollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Herzen der Kinder errei-chen. Jedes Kind ist für mich eine besondere Persönlichkeit.“
Dieser Berufung ist Hubert Klinkhammer über seine gesamte pädagogische Tätigkeit treu geblieben, während der er viele Generationen Jüchener Kinder als Lehrer der Grund- und Hauptschule Jüchen begleitete. Schon 1964 wurde ihm die Leitung der Jüchener Volksschule anvertraut, eine Funktion, die er bis zu seinem Ruhestand 1991 beibehielt. Für hunderte Jüchenerinnen und Jüchener ist „Rektor Klinkhammer“ daher bis heute eine Institution, die sie für ihr Leben geprägt hat. Sein besonderer Sinn für Musik und Gesang zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Leben.
Neben seiner beruflichen Lehrer-Tätigkeit entwickelte Hubert Klinkhammer eine zweite Leidenschaft, die zu einem guten Stück aus seiner Liebe zur rheinischen Heimat resultierte: Er wurde Mitglied des Grenadierzuges im Jüchener Bürgerschützen- und Heimatverein. Schnell wurde das fröhliche Singen fester Bestandteil des Zuglebens und ein Markenzeichen der Jüchener Grenadiere, denen er von 1959 bis 1969 als Zugführer vorstand. Zum 40-jährigen Bestehen seines Grenadierzuges repräsentierte Hubert Klinkhammer mit Gattin Magda als Königspaar die Jüchener Schützen. 1969 wurde er nach einer vorhergehenden Zeit als Vizepräsident schließlich zum Präsidenten des Bürgerschützen- und Heimatvereins Jüchen 1880 e.V. gewählt. 25 Jahre prägte er so die Geschicke des Vereins, bevor er 1986 dieses Amt in jüngere Hände legte.
Auf seine Initiative hin wurde 1972 das „Offene Volksliedsingen“ ins Leben gerufen – eine Veranstaltung, die über Jahrzehnte Kult-Status genoss. In diesem Zuge textete Klinkhammer auch das Jüchener Heimatlied, das mit der Melodie seines Freundes und Kirchenchorleiters Joseph Hintzen zum festen Bestandteil der Volkslied-Abende wurde. Unzählige Sing-Veranstaltungen hat Klinkhammer über Jahrzehnte auch im Jüchener Seniorenzentrum Haus Maria Frieden und in ver-schiedenen Seniorengruppen gestaltet. „Dazu habe ich auch immer wieder gerne mein altes Akkordeon ausgepackt,“ erzählte der begeisterte Sänger gerne.