Jüchen (07.03.2022) Erst die Rede von Kanzler Scholz, dann abends der Jüchener Kirchturm in blau-gelb – das hat den Jüchener REWE-Kaufmann Michael Ermer nicht mehr losgelassen: „Da müssen wir doch auch was tun…“ Sprach’s und holte sich Partner ins Boot. Die Jüchener Kirchengemeinden, die Stadt, den Bürgerschützen- und Heimatverein. „Ohne starke Partnerinnen und Partner geht so etwas nicht.“ In den letzten Tagen wurde an einem Konzept gefeilt – und nun steht fest: Am Samstag, 12. März 2022, wird es das erste „Jüchener Friedensmahl“ geben. Im Mittelpunkt dabei ein Gericht, das sich bei beiden derzeitigen Kriegsparteien großer Beliebtheit erfreut – sowohl bei den russischen wie auch bei den ukrainischen Menschen. „Wir kochen Borschtsch – und das in sehr großer Menge,“ erläutert Ermer, der sonst eigentlich für kulinarische Grillgenüsse bekannt ist. Jakobuspfarrer Ulrich Clancett, spontan von Anfang an mit im Boot, erinnert an die alte Tradition des Fastenessens: „Mitten in der Fastenzeit bei einem einfachen Mahl zusammenkommen, innehalten, miteinander sprechen und gleichzeitig Gutes tun – was gibt es derzeit besseres?“ Michael Ermer: „Wir werden das Friedensmahl einmal quer durch den Jüchener Ortskern anbieten. Kostenlos – denn jeder soll mitmachen können. Und bei dieser Gelegenheit sammeln wir für die große Ukraine-Hilfe Deutschlands. Jeder gibt, was er geben möchte und kann.“
Start ist am Samstag, 12. März 2022, um 18 Uhr mit einem ökumenischen Friedensgottesdienst (3G-Regel) in der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus, die zu diesem Anlass wieder in den ukrainischen Nationalfarben blau-gelb erstrahlen wird. Anschließend wird die Mega-Tafel vom katholischen Kirchplatz über den Jüchener Markt bis hin zur evangelischen Hofkirche eröffnet. An verschiedenen Punkten wird dann der Borschtsch, eine Suppe aus Rindfleisch, roter Beete und Sauerkraut, verfeinert mit Creme Fraiche, ausgegeben.